Alexandre Charpentier
Die Putzmacherin

Die Putzmacherin
Alexandre Charpentier (1856-1909)
Die Putzmacherin
1898
Öl auf Leinwand
H. 145; B. 97 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot

La Modiste [Die Putzmacherin]


Charpentiers Werk umfasst nur wenige großformatige Ölgemälde. Man kann sich folglich fragen, zu welchem Zweck die Putzmacherin ausgeführt wurde. Vermutlich gehörte sie zu einem Projekt, an dem drei Freunde Charpentiers arbeiteten.

1896 ergreift Roger Marx mit Unterstützung des Ministerium für staatliches Schulwesen die Initiative, in den öffentlichen Schulen Druckgrafiken von berühmten Künstlern zu verteilen. Er hofft, dadurch zur „künstlerischen Bildung der Massen” beizutragen. Das Programm war von Paul Desjardin und seiner Union pour l'action morale ausgearbeitet worden.
Im Juli 1896 werden drei Plakate geliefert: Elsass von Etienne Moreau-Nélaton, Der Winter von Henri Rivière und Das kleine Rotkäppchen  von Adolphe Willette. Charpentiers Werk hätte folglich ohne weiteres das ungleiche Ensemble ergänzen können.
Für diese Hypothese sprechen auch die beiden Reklameanzeigen in der Erstausgabe der Zeitschrift Le Livre Vert im Oktober 1896: die eine gilt der Druckgrafikserie In Seeland von Charpentier, die stilistisch mit der Putzmacherin verwandt ist, eine weitere den drei Plakaten der „Bilder für die Schule und für Kinderzimmer”. Derselbe Verleger, L'Estampe originale, betreut die beiden Projekte: die Autoren hätten sich also ohne weiters begegnen können.

Für den pädagogischen Zweck der Putzmacherin
spricht auch die Präsenz des Titels und die Art und Weise, wie Charpentier diese Frau bei der Arbeit darstellt. Sie wirkt glücklich und ruhig, sie geht ganz in der Ausführung ihrer Tätigkeit auf.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter