Alfred Sisley
Schnee in Louveciennes

Schnee in Louveciennes
Alfred Sisley (1839-1899)
Schnee in Louveciennes
1878
Öl auf Leinwand
H. 61; B. 50,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La neige à Louveciennes [Schnee in Louveciennes]


Besonders gern beschäftigte sich Sisley mit Winterlandschaften. Es gelingt ihm meisterhaft, der Trostlosigkeit und Öde der Natur Ausdruck zu verleihen. Geheimnis und Stille passen besser zu dem zurückhaltenden, einzelgängerischen Künstler als die lichtdurchfluteten, mediterranen Landschaften, denen sich beispielsweise Renoir widmete.
Sisley folgt wie Monet mit seinen Schneelandschaften dem Vorbild Courbets. Sie gehört zu den Lieblingsmotiven der Impressionisten, da sie ihnen Gelegenheit gibt, die verschiedenen Lichtverhältnisse mit ihrer nuancenreichen Farbenpalette wiederzugeben. Durch die kleinen Farbtupfer wirkt der Boden nicht gleichmäβig weiβ, sondern scheint wie mit einem bläulichen Schimmer durchzogen.

Die Winter, die Sisley in Louveciennes, Marly-le-Roi und Veneux-Nadon verbrachte, inspirieren ihn zu zahlreichen Schneelandschaften darunter auch Schnee in Louveciennes. Das Gemälde veranschaulicht auch das Bestreben des Malers um perspektivische Darstellung: ein verschneiter Weg führt zum Bildhintergrund, wo man eine Figur erkennen kann. Die Empfindsamkeit des Künstlers, die in diesen subtilen, zarten Landschaften und der zurückhaltenden Farbgebung zum Ausdruck kommt, ist vermutlich auf seine britische Herkunft zurückzuführen. Auβerdem hatte Sisley während seines vierjährigen Aufenthalts in England von 1857 bis 1861 und im Laufe mehrerer Reisen in späteren Jahren die Werke von Bonington, Constable und Turner bewundern können. Man darf auch nicht vergessen, dass die jenseits des Ärmelkanals beliebte Aquarelltechnik zu einer gewissen Freiheit in der Malerei geführt hatte.




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