Léon Lhermitte
Löhnung der Erntearbeiter

Löhnung der Erntearbeiter
Léon Lhermitte (1844-1925)
Löhnung der Erntearbeiter
1882
Öl auf Leinwand
H. 215; B. 272 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La paye des moissonneurs [Löhnung der Erntearbeiter]


Léon Lhermitte wurde 1844 im Départment Aisne geboren, wo er bis im Alter von zwanzig Jahren lebte. Dies ist gewiss der Grund, warum er dem ländlichen Leben so große Bedeutung beimisst und fast sein gesamtes Werk der Darstellung der Arbeit und dem Alltag auf dem Land widmet.

Der Maler kam aus einfachen Verhältnissen und verdiente lange Zeit seinen Lebensunterhalt in Frankreich und England mit unbedeutenden Radierungen, bevor sein Werk ab 1874 auf dem Salon endlich Anerkennung findet. Die Krönung seiner Karriere jedoch tritt nach 1880 ein, als der Künstler nacheinander mehrere großformatige Bilder einsendet, auf denen das Leben und die Einwohner seines Heimatdorfes Mont-Saint-Père zu sehen sind. Auf den Gemälden Das Cabaret (1881), der Löhnung der Erntearbeiter (1882) und Die Ernte (1883) werden dieselben Personen dargestellt. Man kann links den Mäher Casimir Dehan erkennen, der von der Arbeit erschöpft wie abwesend oder resigniert dasitzt.

Sujet und Technik der Löhnung der Erntearbeiter weisen naturalistische Stilmerkmale auf. Lhermittes Gemälde ist indes kein Manifest gegen die Verdummung der Landarbeiter, wie dies Jules Bastien-Lepage auf seinem Bild Die Heuernte (1877), das sich auch in den Sammlungen des Musée d’Orsay befindet, illustrierte. Er begnügt sich mit der Feststellung bar jeglicher Polemik, und stellt seine ungewöhnlichen künstlerischen Fähigkeiten vom ausgewogenen Aufbau bis zu sorgfältigster Darstellung der noch so unbedeutend erscheinenden Details unter Beweis.




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