Louis Welden Hawkins
Der Eiffelturm

Der Eiffelturm
Louis Welden Hawkins (1849-1910)
Der Eiffelturm
Nach 1889
Öl auf Leinwand
H. 55; B. 45 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Franck Raux

La tour Eiffel [Der Eiffelturm]


Der Eiffelturm, der anlässlich der Weltausstellung von 1889 erbaut wird, steht sogleich im Zentrum des Interesses der Künstler. Schon 1888 widmet Seurat dem noch unvollendeten Turm ein pointillistisches Werk. In den folgenden Jahren malen der Zöllner Rousseau, Signac, Bonnard oder Utrillo den Turm jeweils in der ihnen eigenen Manier.

Hawkins stellte seine Staffelei auf der Esplanade des ehemaligen Palais du Trocadéro, der im Rahmen der Weltausstellung 1878 errichtet worden war, auf. Im Vordergrund sieht man die Bronzestatue Asien von Falguière in Rückenansicht. Diese Skulptur befindet sich heute neben den anderen Allegorien für die Kontinente, die die Esplanade des Palais du Trocadéro bis zu seiner Zerstörung 1937 schmückten, auf dem Platz des Musée d'Orsay. Der Eiffelturm nimmt die rechte Bildecke ein. Die Basis und die oberen Stockwerke sind abgeschnitten. Den Hintergrund dieses Werks, das sich durch seinen ungewöhnlichen, der Fotografie verwandten Bildausschnitt auszeichnet, bilden der blaue Himmel, die Stadtlandschaft (die Ufer der Seine bis zu den Gebäuden der Ecole militaire).

Hawkins, der Sohn eines englischen Vaters und einer österreichischen Mutter, erlernt seine Kunst in Frankreich. In den 1890er Jahren steht er den Symbolisten nahe, doch um die Jahrhundertwende und nach 1900 wendet er sich dem Spätimpressionismus zu, der damals weltweit von Erfolg gekrönt ist und folglich gute Verkaufschancen eröffnet. Neben der Wahl des Bildausschnitts verleiht auch der originelle Einsatz der Farbe – insbesondere für die Statue, die in breiten gelben, orangefarbenen und blauen Pinselstrichen gemalt wurde – dem Gemälde einen pseudomodernen Stil, der sich in sämtlichen europäischen Salons jener Epoche größter Beliebtheit erfreut.




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