Frédéric Bazille
Improvisiertes Krankenbett

Improvisiertes Krankenbett
Frédéric Bazille (1841-1870)
Improvisiertes Krankenbett
1865
Öl auf Leinwand
H. 47; B. 62 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

L'ambulance improvisée [Improvisiertes Krankenbett]


Dieses Gemälde aus dem Jahr 1865 zeigt den auf Grund einer Beinverletzung bettlägerigen Claude Monet. Zu Beginn dieses Jahres teilt Bazille sein Atelier mit Monet. Im Frühling fertigt Letzterer in Chailly im Wald von Fontainebleau Plein-Air-Studien für sein Frühstück im Grünen an. Er bittet Bazille inständig darum, hierher zu kommen, um ihm als Modell zu dienen. Er trifft im Laufe des Sommers, kurz bevor Monet in Folge eines Unfalls seine Arbeit unterbrechen muss, ein.

Bazilles Figuren zeichnen sich gewöhnlich durch ihre unbewegliche, oftmals ein wenig starre Haltung aus. Die besonderen Umstände, die Monet dazu zwingen, in seinem Gästezimmer auszuharren, kommen der Vorliebe des Malers entgegen.
Der ehemalige Medizinstudent Bazille hat für seinen Freund eine komplizierte Vorrichtung angefertigt. Ein an zwei Schnüren befestigter Behälter dient offensichtlich als Gegengewicht und sein verletztes Bein ruht auf mehreren übereinander liegenden Decken.

Bazille, dessen Werk zwischen Courbets Realismus und dem aufkommenden Impressionismus anzusiedeln ist, stellt den Vorfall schonungslos dar. In dem Durcheinander auf dem Bett kann man deutlich die rote Verletzung an Monets Schienbein erkennen und sein Gesichtsausdruck spiegelt seine niedergeschlagene Stimmung angesichts seiner Lage wider. Die vertraute Atmosphäre ist ein beredter Beweis für die Freundschaft der beiden Männer.




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