Frédéric Bazille
Das Atelier von Bazille

Das Atelier von Bazille
Frédéric Bazille (1841-1870), Edouard Manet (1832-1883)
Das Atelier von Bazille
1870
Öl auf Leinwand
H. 98; B. 128,5 cm
© RMN-Grand Palais-Grand Palais-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

L'atelier de Bazille [Das Atelier von Bazille]


Bazille stammte aus einer Notabelnfamilie aus Montpellier. 1862 lässt er sich in Paris nieder und studiert Medizin, bevor er sich der Malerei zuwendet. Im Atelier von Charles Gleyre freundet er sich mit Monet, Renoir und Sisley an, die seine Begeisterung für Manet teilen. Das Atelier von Bazille lässt die enge Beziehung und Vertrautheit der wegbereitenden Künstler erkennen.

Die Szene zeigt das Atelier der Rue de La Condamine, das Bazille vom 1. Januar 1868 bis 15. Mai 1870 mit Renoir teilte. In der Mitte sieht man Bazille mit der Palette in der Hand. Letzterer schrieb in einem Brief an seinen Vater: „Manet hat mich gemacht“. In der schlanken Silhouette des jungen Mannes kann man tatsächlich den kräftigen Pinselstrich Manets erkennen. Manet trägt einen Hut und betrachtet die auf der Staffelei befindliche Leinwand. Rechts am Klavier sitzt Bazilles Freund Edmond Maître. Das über ihm hängende Stillleben von Monet verweist darauf, dass Bazille Letzteren finanziell durch Ankäufe unterstützte.
Die drei Figuren links sind nur schwer auszumachen. Es kann sich um Monet, Renoir oder auch Zacharie Astruc handeln... Die Gemälde, die Manet und seine Anhänger umgeben, wurden auf dem Salon abgelehnt – darunter Bei der Toilette (Montpellier, Musée Fabre) über dem Sofa und Fischer mit Netz (Zürich, Fondation Rau) links oben und vermutlich auch „Landschaft mit zwei Figuren“, das Renoir vergeblich auf dem Salon von 1866 einreichen wollte (das großformatige gerahmte Gemälde rechts vom Fenster) sind Ausdruck Bazilles Kritik an der Akademie und seiner eigenständigen Kunstauffassung. Dieses ergreifende Werk war das letzte, das er wenige Monate vor seinem Tod im französisch-preußischen Krieg vollendet hatte.




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