Paul Gauguin
Die David Mühle

Bretonische Landschaft. Die David Mühle
Paul Gauguin (1848-1903)
Bretonische Landschaft. Die David Mühle
1894
Öl auf Leinwand
H. 73; B. 92 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Paysage de Bretagne. Le Moulin David [Bretonische Landschaft. Die David Mühle]


Wie Cézanne und Van Gogh ist auch Gauguin davon überzeugt, dass eine Malerei sich nicht darauf beschränken darf, die von der Netzhaut erfassbaren Eindrücke wiederzugeben. Deswegen kritisiert er die impressionistische Malerei, die seiner Meinung nach auf keinerlei Recherchen aufbaut. Auch Odilon Redon findet sie zu „flach”. Für ihn muss ein Maler dank sparsamer plastischer Mittel, einer vollkommeneren, durchdachten Realität und einer spirituellen Realität, die er „Abstraktion” nennt, über das Äußere hinausgehen.
Schon bei seinem zweiten Aufenthalt in der Bretagne 1888 neigt Gauguin zu Vereinfachungen und es geht ihm nicht mehr darum, die wechselnden, vergänglichen Lichtverhältnisse einzufangen. Als er nach seiner Rückkehr aus Polynesien 1894 erneut in der Bretagne verweilt, entsteht das Bild David- Mühle, das deutlich den Einfluss seiner Recherchen von Tahiti erkennen lässt. Alles ist ruhig, beständig, vereinigt, endgültig.
Das bretonische Motiv der Zeichnung, die sich durch die senkrechten Linien der Häuser und Bäume im Vordergrund und den gewundenen, wellenförmigen Linien der Wiese, des Bachs und des Gatters auszeichnet, stellt eine primitive, paradiesische Natur dar. Die länglichen Formen des Hügels entsprechen den „Buckeln/Höckern” der Wolke, die in der Manier einer Kinderzeichnung dargestellt ist.
Die Farbgebung innerhalb dieser verschiedenen Bereiche ist eigenwillig – klares Grün oder Smaragdgrün, Orange, Kobaltblau – und nicht wirklichkeitsgetreu.
Der Pinselstrich ist leicht und geriffelt auf der groben Leinwand, doch er tritt nicht plastisch hervor, stuft keinen Farbton schattenartig ab, suggeriert keinen Strukturunterschied.




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