William Bouguereau
Die Oreaden

Die Oreaden
William Bouguereau (1825-1905)
Die Oreaden
1902
Öl auf Leinwand
H. 236; B. 182 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Les Oréades [Die Oreaden]


Die Oreaden sind Nymphen, die in Bergen oder Grotten leben (die bekannteste ist Echo). Heitere scheuchen sie Hirsche auf, verfolgen Wildschweine und durchbohren Raubvögel mit ihren Pfeilen. Auf ein Zeichen Dianas strömen sie herbei, nehmen an ihren Übungen teil und begleiten sie. Im Katalog des Salons von 1902 ist nach dem Titel folgender Kommentar zu lesen: „Wenn sich die Dunkelheit auflöst und die aufgehende Sonne den Gipfel der Berge rosa färbt, fliegt eine Abordnung gen Himmel; das sind die fröhlichen Nymphen, die sich während der Nacht im Schatten der groβen Wälder, am Ufer des stillen Flusses tummelten; sie verlassen die Erde und kehren vor den Augen der erstaunten Faune in ihre Heimat, in die überirdischen Regionen, wo die Götter leben, zurück”.

Dieses Gemälde illustriert, wie sehr Bouguereau dem Ideal der akademischen Malerei verhaftet ist. Wie bei dem Werk Der Ansturm, das sich auch im Musée d’Orsay befindet, dient die Mythologie dem Maler hier als Vorwand, um sein zeichnerisches Talent unter Beweis zu stellen. Es gelingt ihm meisterhaft, alle Haltungen des menschlichen Körpers darzustellen. Die Mythologie gibt ihm auch Gelegenheit, erotische Anklänge einzubringen (der begehrliche Blick der Satyre ist unmissverständlich.
Mit diesen emporfliegenden weiblichen Körpern lässt Bouguereau seiner Fantasie freien Lauf. Die Landschaft im Dämmerlicht bildet einen stimmungsvollen Hintergrund, der einem Corot in nichts nachsteht und von symbolistischen Stilmerkmalen durchsetzt ist.




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