Octave Penguilly L'Haridon
Nach Bethlehem

Der Stern zeigt den Hirten den Weg nach Bethlehem
Octave Penguilly L'Haridon (1811-1870)
Der Stern zeigt den Hirten den Weg nach Bethlehem
1863
Öl auf Leinwand
H. 70; B. 120 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Les bergers, conduits par l'étoile, se rendent à Bethléem [Der Stern zeigt den Hirten den Weg nach Bethlehem]


Der Maler Penguilly-L'Haridon ist schon 1835 ein anerkannter Künstler, der mehrmals für seine historischen, mythologischen und religiösen Leinwände ausgezeichnet wird. Der Künstler hat sich auch mit Themen jenseits der akademischen Tradition beschäftigt. Sowohl das Motiv, als auch der Aufbau und die Farben der 1859 auf dem Salon präsentierten Landschaft Die kleinen Möwen (Rennes, Musée des beaux-arts) brechen komplett mit dem herkömmlichen Kanon.

Etwas später erneuert er mit Der Stern zeigt den Hirten den Weg nach Bethlehem wiederum die traditionelle Ikonografie. Penguilly L'Haridon greift auf das Vorbild einiger englischer präraffaelitischer Maler zurück. Wie jene aktualisiert er das biblische Motiv. Die Hirten sind zeitgenössische Beduinen in Begleitung ihrer mageren Hunde und die heilige Stätte, zu der sie sich begeben, ist ein kleiner Ort mitten in der Wüste, auf den nur der Stern am Himmel hinweist.
Diese Ikonografie ist den Bildern des zeitgenössischen Lebens entlehnt, wie es auf den zahlreichen Fotografien und Illustrationen dargestellt wird. Die weißen und grauen Häuser liegen am Fuß der Berge, die die untergehende Sonne rosa und orange färbt. Die Stimmung dieses modernen Orients kündet die Schlafende Zigeunerin (1897, New York, The Museum of Art) von Henri Rousseau (1844-1910) an.




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