Maurice Denis
Die Musen

Die Musen
Maurice Denis (1870-1943)
Die Musen
1893
Öl auf Leinwand
H. 171,5; B. 137,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Les Muses [Die Musen]


Die Frauen in zeitgenössischen Kleidern sind eine aktualisierte Darstellung eines Motivs aus der klassischen Mythologie: Die Musen der Künste und Wissenschaften. Die Darstellung ist jedoch sehr ungewöhnlich, da Denis es vorzog, sie ohne ihre traditionellen Attribute, dank derer sie identifiziert werden können, zu zeigen.


Eine der drei Frauen im Vordergrund ist Marthe, die der Maler im Juni 1893 heiratete und die ihn bis zu seinem Tod inspirierte. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Maler sie wie auch hier auf seinen Gemälden zwei mal darstellt: im roten Kleid in Profilansicht und in Rückenansicht auf dem Stuhl. Die Szene spielt auf der Terrasse von Saint-Germain-en-Laye, wo er sein ganzes Leben wohnte. Die hundertjährigen Kastanienbäume gliedern das Bild und tragen maßgeblich zur Gestaltung bei. Die durch die Skandierung der Baumstämme entstehenden Vertikalen bilden einen Kontrast zu den geschwungenen Linien und Arabesken der Zweige, der am Boden verstreuten Blätter, den Mustern und Falten der Kleider. Die flächig und konturiert hervortretenden, irrealen Herbstfarben bringen das Spiel der Linien und Verflechtungen verstärkt zur Geltung.
Durch die fehlende Tiefe wirkt der Raum wie ein „heiliger Wald“, Schauplatz an dem die Figuren in eine geheimnisumwobene Kommunikation mit der Natur und übernatürlichen Kräften treten. Im Hintergrund erscheint eine zehnte Muse (normalerweise sind es nur neun), mit erhobenem Arm zeigt sie in den Himmel




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