Paul Cézanne
Pappeln

Pappeln
Paul Cézanne (1839-1906)
Pappeln
1879-1880
Öl auf Leinwand
H. 65; B. 80 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Les peupliers [Pappeln]


Bei diesem Gemälde handelt es sich vermutlich um die Außenansicht der Parkanlagen des Schlosses von Marcouville, ganz in der Nähe von Pontoise. Das Interesse Cézannes an dieser Landschaft hängt sicherlich mit dem Umstand zusammen, dass sein Freund Camille Pissarro fünf Jahre zuvor am gleichen Ort malte. Weitere Übereinstimmungen liegen jedoch nicht vor. Der sanfte Stil Pissarros hat nichts mit der kraftvollen Dynamik gemeinsam, die dieses Gemälde ausstrahlt.

Cézanne interessiert sich für die hohen Bäume entlang der Viosne. Die Schwierigkeit besteht darin, eine grüne Landschaft in ihren Einzelheiten zu erfassen. In diesem Sinne versucht er einen Kontrast zwischen der Vertikalität der Pappeln und der unüberschaubaren Masse der anderen Bäume zu erzeugen. Abgesehen von der schrägen Pinselführung – repräsentativ für diese Periode – ist fast überall der weiße Hintergrund sichtbar. Er bringt Licht und Leben in das Gemälde. Cezanne versucht die technische Schwierigkeit zu meistern, eine Tiefenperspektive zu erzeugen, die sich auf ein einziges Motiv – das Blattwerk – stützt.

Es besteht ein deutlicher Unterschied zwischen dieser Waldlandschaft und den Gemälden der Schule von Barbizon. Bei Cézanne und bei Pissarro geht es nicht etwa um wildwachsende, sondern vielmehr um von Menschenhand gepflanzte Bäume. Im Vordergrund steht der Ergebnis organisierender, menschlicher Aktivität und nicht etwa die Wildwüchsigkeit der freien Natur.




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