Claude Monet
Die Felsen von Belle-Ile, die wilde Küste

Die Felsen von Belle-Ile, die wilde Küste
Claude Monet (1840-1926)
Die Felsen von Belle-Ile, die wilde Küste
1886
Öl auf Leinwand
Vermächtnis Gustave Caillebotte, 1894
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Les rochers de Belle-Ile, la Côte sauvage [Die Felsen von Belle-Ile, die wilde Küste]


„Ich befinde mich in einer wunderbar wilden Landschaft, inmitten von Felsen und einem unglaublichen Farbenmeer; ich bin voller Begeisterung, auch wenn mir die Arbeit schwer fällt, denn ich war daran gewöhnt, den Ärmelkanal zu malen und der Ozean ist wirklich etwas ganz anderes“ (Brief Monets an Gustave Caillebotte).
Belle-île, die größte der bretonischen Inseln, wurde im 19. Jahrhundert kaum von Künstlern und Schriftstellern aufgesucht. Monet, der sich mit unterschiedlichen Landschaften und Atmosphären beschäftigen wollte, hielt sich vom 12. September bis 25. November 1886 dort auf. Zuerst brachten ihn die ungezähmte Natur, das wechselhafte Wetter, die schwer zugänglichen Orte, denen sein Interesse galt, aus der Fassung. Doch die Steilküsten, die schwindelerregenden überhängenden Felsen schrecken den Künstler nicht ab. Er stellt seine Staffelei am Rand des Abgrunds auf und widmet sich beharrlich seinen Motiven.

Monet führt einschließlich dieses Gemäldes fünf Bilder von den Inseln von Port-Domois aus. Die breitformatige Ausrichtung dieses Gemäldes (es ist das einzige) ermöglicht es ihm, die Heftigkeit der aufprallenden Wellen, den Kampf zwischen Felsen und Meer darzustellen. Die in Abständen angeordneten Felsen suggerieren die Weite. Der hohe Horizont lässt kaum Platz für den Himmel. Mit dieser Technik folgt der Künstler der Tradition des japanischen Holzschnitts, der der Ästhetik der Impressionisten verwandt ist. Das außergewöhnliche Flimmern des Meeres wird mittels intensiver Farben wiedergegeben. Abstufungen in Blau, Grün und Violett durchziehen das Meer, über dem die Gischt weiß aufschäumt, in flachen und breiten oder vertikalen, runden, zirkumflexförmigen, unruhigen doch beherrschten Pinselstrichen. Diese neuartige Pinselführung unterscheidet sich grundlegend von Monets normannischer Periode, sie ist dieser herrlichen Insel, die sich vollkommen der Kontrolle des Menschen entzieht, angepasst.




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