Charles-François Daubigny
Ernte

Ernte
Charles-François Daubigny (1817-1878)
Ernte
1851
Öl auf Leinwand
H. 135; B. 196 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Moisson [Ernte]


Daubigny, der sich von der Freilichtmalerei angezogen fühlt, hält sich ab 1843 häufig in Barbizon auf. Dieses großformatige, helle Gemälde, dessen weiter Horizont sich auf einen leuchtenden Himmel öffnet, unterscheidet sich deutlich von den dunklen Bildern eines Rousseau, Millet oder Diaz. Die reinen, nebeneinandergesetzten Farben künden die Freilichtmalerei der Impressionisten an.
Dieses Gemälde fällt auf dem Salon 1852 auf und gilt als der erste große Erfolg des Künstlers. Die Brüder Goncourt widmen ihm einen ausführlichen Kommentar: „Die gesamte Breite des Himmels durchzieht ein rosa Lichtstreifen. Die dicken, blau verwischten, abgehackten Pinselstriche veranschaulichen die noch jungen Kulturen. Die goldenen Linien in der Landschaft zeichnen ein Schachbrett mit blauen Quadraten. Die gebeugten Mäher und die auf den schmalen Wegen dahineilenden Mäherinnen, die Garben, die gebunden und die Wagen, die beladen werden, all dieses Treiben spielt sich anschaulich in der golden schimmernden Mitte ab, wo der von seiner Farbe befreite Pinsel hier und da eine Furche gezogen hat [...]. Es gibt keine bessere Darstellung der Ernte; [...] und das Gemälde von Herrn Daubigny ist trotz des nachlässig behandelten Hintergrunds ein Meisterwerk”. Zahlreiche Kritiker werfen den Impressionisten später ihre flüchtige Malweise vor.
Die monumentalen Dimensionen lassen erkennen, dass dieses Gemälde im Atelier überarbeitet wurde. Doch Daubigny war einer der ersten, der versuchte, mittels heller Farbtöne und schneller Pinselstriche die Vergänglichkeit des Augenblicks darzustellen. Aus diesem Grund gilt er noch heute als einer der großen Meister der modernen Landschaftsmalerei, der von Künstlern wie Van Gogh bewundert wurde.




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