Henri-Edmond Cross
Frau Hector France

Frau Hector France
Henri-Edmond Cross (1856-1910)
Frau Hector France
1891
Öl auf Leinwand
H. 208; B. 149 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Madame Hector France [Frau Hector France]


Mit diesem ganzfigürlichen Bildnis von Irma Clare, der zukünftigen Gattin des Malers, die damals mit dem Schriftsteller Hector France verheiratet war, gehört Cross endgültig zu den Neoimpressionisten. Durch seine Beziehung mit Signac, Angrand und Van Rysselberghe eignet er sich allmählich die Theorien der Gruppe an. Von seinen Gesprächen mit Seurat merkt er sich, dass „die Farbgebung die Form eines Objekts verändert”. Die divisionistische Technik wird hier in Verbindung mit dekorativen Ausschmückungen eingesetzt.
Das Modell befindet sich in einem geometrischen Bildaufbau, in dem Licht und Schatten im Gleichgewicht sind. Das Licht der funkelnden Lampions verweist auf eine Sommernacht. Die Tiefenwirkung, die schon durch den schräg stehenden Stuhl hervorgehoben wird, wird durch den Rhododendron im Vordergrund noch verstärkt. Dieser Pflanzendekor ist japanischen Holzschnitten entlehnt, die von den postimpressionistischen Künstlern sehr geschätzt werden. Die geometrischen Formen des Bodens bilden die Terrasse. Die Diagonale des Stiels des langen, zusammengefalteten Fächers verstärkt den Eindruck von Tiefe, der schon durch die Platten des Bodens angedeutet wird.

Hinter Irma Clare kann man vier horizontale Ebenen ausmachen: den Wandschirm – der untere Teil ist einfarbig und der obere weist geometrische Motive auf – der Fries aus weißen japanischen Fächern, das Laub der Grünpflanzen, das sich von dem dunkelblauen Hintergrund abhebt. Durch die ausgewogenen Grün- Blau und Rosatöne wirkt das Bildnis von Irma Clare würdevoll und friedlich. Cross' „Chromoluminarismus” zeichnet sich durch äußerste Nuanciertheit aus.




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