Henri de Toulouse-Lautrec
Paul Leclercq

Paul Leclercq
Henri de Toulouse-Lautrec (1864-1901)
Paul Leclercq
1897
Öl auf Karton
H. 54; B. 67 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Paul Leclercq


1897 beschließt Lautrec ein Porträt von Paul Leclercq (1872-1956), einem jungen Schriftsteller und Mitbegründer von La Revue blanche. Einen Monat lang begibt sich Leclercq in das Atelier des Malers in der Avenue Frochot in Paris. Er erzählt wie die Sitzungen abliefen: „Sobald ich ankam, bat er mich, in einem breiten Korbsessel Modell zu sitzen. [...] Er richtete sein Lorgnon auf mich, blinzelte, nahm seinen Pinsel und, nachdem er gesehen hatte, was er sehen wollte, setzte ein paar leichte, stark verdünnte Farbstriche auf die Leinwand. Dann legte er seinen Pinsel nieder und rief energisch: „Genug gearbeitet. Zu schönes Wetter!“. Und so gingen wir im Viertel spazieren“.
Im Gegensatz zu Cézanne, der von seinen Modellen verlangte, bewegungslos zu verharren, wollte Lautrec seine Modelle voller Leben sehen. Er führte ein sehr ausdrucksvolles Porträt von Leclercq aus.
Der Schriftsteller scheint sich im Atelier sehr wohl zu fühlen. Doch sein fragender Blick weist darauf hin, dass er sich Gedanken darüber macht, welchen Eindruck er auf den Künstler macht. Man kann auch erkennen, dass er Lautrecs Arbeitsweise großes Interesse entgegenbringt. Die unleugbare Gegenwart des Modells auf diesem außergewöhnlichen Porträt zeugt von dem Dialog der beiden Männer.




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