Eugène Carrière
Paul Verlaine

Paul Verlaine
Eugène Carrière (1849-1906)
Paul Verlaine
1891
Öl auf Leinwand
H. 61; B. 51 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Paul Verlaine [Paul Verlaine]


In den Jahren 1880 und 1890 realisierte Carrière intimistische Porträts von Persönlichkeiten aus den symbolistischen Kreisen, linksorientierten politischen oder literarischen Zirkeln. 1891 malt er das Bildnis des Romanautors Alphonse Daudet und von Paul Verlaine, dessen Werk und gequälte Persönlichkeit auf die Generation der Symbolisten starken Einfluss ausübte.

Carrière war Verlaine 1890 im Krankenhaus Broussais begegnet und er hat ihm angeblich für dieses Porträt nur ein einziges Mal Modell gesessen. Das gleich einer Maske oder einer „tête d’expression“ zum Vorschein kommende Gesicht, ist kennzeichnend für Carrières „psychologische Porträts“ und hat nichts mit den mondänen oder offiziellen Bildnissen gemein, es gibt den gequälten Genius seines Sujets wieder. Der verschwommene Hintergrund vor dem das Gesicht und bisweilen die Hände der Modelle auftauchen, weist stilistische Ähnlichkeit mit der Skulptur des Zeitgenossen Medardo Rosso und des „non-finito“ von Auguste Rodin auf.

Das Porträt Paul Verlaines ist eines der berühmtesten von Carrière und wurde zu Lebzeiten des Künstlers mehrmals in Paris und Brüssel ausgestellt. Carrière hatte es mit einer Widmung versehen Verlaine überreicht – am linken unteren Bildrand steht „dem Dichter Verlaine, Eugène Carrière“ – jener erwiderte seine Geste mit der Widmung eines Sonetts, das in den Oeuvres Posthumes veröffentlicht wurde. Nach dem Tod des Dichters 1896 wurde das Gemälde von dem Drucker Lemercié als Grafik weit verbreitet. .




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