Louis Welden Hawkins
Porträt eines jungen Mannes

Porträt eines jungen Mannes
Louis Welden Hawkins (1849-1910)
Porträt eines jungen Mannes
1881
Öl auf Leinwand
H. 57; B. 44,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Christian Jean, Hervé Lewandowski

Portrait de jeune homme [Porträt eines jungen Mannes]


Auf der Rückseite des Gemäldes steht eine Inschrift, die bestätigt, dass Hawkins es auf dem Pariser Salon präsentiert hat. Es ist jedoch unmöglich, es mit einem der Werke zu identifizieren, die der Künstler auf dem Salon des Artistes français 1881 oder auf einer der Weltausstellungen des ausgehenden Jahrhunderts ausgestellt hat. Folglich nimmt man an, dass dieses ergreifende Porträt eines jungen Mannes von der Jury abgelehnt worden ist. Eine Erklärung für diesen Beschluss könnte der faszinierende, befremdend anmutende, starre Gesichtsausdruck sein. Dieser Eindruck wird durch die Camaieumalerei und die absolute Frontalität noch verstärkt.

Auf dem Salon 1883 präsentiert Hawkins Die Mutter des Fischers und Abend; Seebild. Diese beiden Werke legen Zeugnis davon ab, dass er sich zumindest im Sommer 1882 - vielleicht schon vorher - an der Küste aufhielt. Die Aufmachung des jungen Mannes weist Ähnlichkeit mit jener auf, die wir auf Francis Tattegrains Gemälde Die Vérotiers (Wurmsucher) gehen in der Bucht von Authie an Land (1894) sehen. Dank dieser beiden Anhaltspunkte kann man darauf schließen, dass es sich bei der Mütze mit Ohrenklappen und der Matrosenbluse mit Rollkragen um die Kleidung eines Fischers der Picardie handelt. Doch Hawkins Gemälde gleitet nicht ins Pittoreske ab, wie es bei einem solchen Sujet leicht möglich wäre. Durch die Isolierung des Modells und die extreme Vereinfachung des Bildaufbaus schafft der Maler ein verwirrendes, rätselhaftes Bildnis.




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