Paul Sérusier
Porträt von Paul Ranson in Nabiskostüm

Portrait de Paul Ranson en tenue nabique [Porträt von Paul Ranson in Nabiskostüm]
Paul Sérusier (1863-1927)
Portrait de Paul Ranson en tenue nabique [Porträt von Paul Ranson in Nabiskostüm]
1890
Öl auf Leinwand
H. 61; B. 46,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Portrait de Paul Ranson en tenue nabique [Porträt von Paul Ranson in Nabiskostüm]


Es sind nur sehr wenige Porträts von Sérusier bekannt. Er war eher auf ländliche Szenen spezialisiert, die sich durch die Technik des Synthetismus und Cloisonnismus auszeichneten. Das Werk hat aus zwei Gründen Seltenheitswerk: es nimmt eine Sonderstellung im Werkensemble des Malers ein und ist ein beredetes Zeugnis von dem Leben der Nabis.  

Paul Ranson (1861-1909), der gleich nach Sérusiers Gründung der Nabisgruppe im Jahr 1888 der Bewegung beitritt, ist hier in einem feierlichen Kostüm dargestellt. Man kann ihn an seinem Spitzbärtchen und seinem Lorgnon erkennen. Der Künstler ist gerade dabei, die rätselhaften Schriftzeichen eines umfangreichen Manuskripts zu entziffern. Man weiß, dass sich einige Nabis wie Sérusier und Ranson sehr für Esoterik interessierten. Die Gruppe kam regelmäßig für mehr oder weniger okkulte Zeremonien im Atelier Ransons, dem sogenannten „Tempel“, zusammen. Trugen sie dabei diese Art Kleidung? Wir wissen es nicht mit Gewissheit.
Ransons Kostüm ist sehr symbolträchtig und bezeugt Sérusiers Interesse für den Okkultismus. Darunter beispielsweise der fünfzackige Stern auf dem Krummstab. Dieses „Pentagramm“ kann die Intelligenz oder den Kopf, der die vier Mitglieder beherrscht, darstellen.
Es ist jedoch bekannt, dass die fröhlichen Zusammenkünfte im „Tempel“ oft zu einer Farce wurden. Sérusiers Malerei, insbesondere sein Spätwerk, wurde stark von der Esoterik geprägt. Auch dieses Gemälde ist in diesem Kontext zu deuten.




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