Emile Bernard
Steingutkrug und Äpfel

Steingutkrug und Äpfel
Emile Bernard (1868-1941)
Steingutkrug und Äpfel
1887
Öl auf Leinwand
H. 46; B. 54,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Pots de grès et pommes [Steingutkrug und Äpfel]


Als Reaktion gegen den Naturalismus und auf den Impressionismus und die Auflösung der Formen sucht Emile Bernard nach einer reinen Malerei. Er erforscht den Raum und die Konturen neu. Auf der Rückseite dieses Gemäldes steht: „Synthetismus und Vereinfachung, erster Versuch, 1887”.
Der Aufbau, die Wahl der Früchte und der dargestellten Gegenstände lassen Bernards Bewunderung für Cézanne, dessen Werke er im Laden von Père Tanguy entdeckt, erkennen. Doch auf dem Gemälde Steingutkrug und Äpfel treten auch die Recherchen des Künstlers zur Vereinfachung und Konturierung der schwarz umrandeten Farbflächen zutage. Die Tiefenwirkung entsteht durch die Schatten und die drei aufeinander folgenden farbigen, horizontal verlaufenden Streifen, in deren Mitte die Früchte und der Krug durch Farbe und Materie Form annehmen.

Vermutlich hat Van Gogh dieses in Asnières gemalte Bild und verschiedene Studien vor seiner Abreise nach Arles gesehen. Als Van Gogh im August 1888 selbst an einem Stillleben arbeitet, schreibt er Bernard, dass er immer noch im Bann „von etwas unfassbar Weisem, Ausdrucksstarkem, Bestimmtem, Entschiedenem und Selbstsicherem” steht. Er fügt hinzu „Du warst Rembrandt nie so nahe, mein Lieber”".

Wenige Monate nachdem er dieses Gemälde geschaffen hatte, lernt Bernard in Pont-Aven Gauguin kennen. Die Zusammenarbeit der beiden Maler wird sich als ausschlaggebend für die Entwicklung des Synthetismus und Cloisonismus erweisen. Bernard nimmt 1889 an der Ausstellung teil, die Gauguin und seine Freunde anlässlich der Weltausstellung im Café Volpini organisieren und auf der zum ersten Mal die neue Bildsprache der Gruppe von Pont-Aven präsentiert wird.




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