Lucien Simon
Prozession in Penmarc'h

Prozession in Penmarc'h
Lucien Simon (1861-1945)
Prozession in Penmarc'h
1900
Öl auf Leinwand
H. 136; B. 175,5 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Procession à Penmarc'h [Prozession in Penmarc'h]


Die Bretagne, die sich durch ihre Frömmigkeit und Melancholie auszeichnet, wird zur bevorzugten Gegend einer Gruppe von Künstlern, die den Beinamen „Bande noire” (düstere Gruppe) erhielt. Angesichts des starken Kontraste, die diese Region prägen, stellen Charles Cottet und Lucien Simon mit dunkler Farbpalette das harte Leben der Seeleute und den Glauben, der sie trägt, dar.

„Auf Grund der erstaunlichen Klarsichtigkeit mit der er nicht nur sehr charakteristische Porträts malte, sondern auch die verborgenen Gefühle einer jeden Figur zutage brachte, wird Die Prozession zu den schönsten Kreationen der modernen Malerei zählen [...]. Das Werk geht weit über die gewöhnliche Bedeutung einer Episode hinaus; es enthüllt die Beharrlichkeit des religiösen Gefühls bei einem Volk, dessen Glaube ein Erbe der Vergangenheit ist und das dem Gesetz der Vorfahren und der Tradition treu bleibt; die andächtigen Frauen, der feierliche Ernst der Fischer, die majestätisch anmutende Figur des Pfarrers, sein lächelnder, zufriedener Ausdruck […], legen Zeugnis ab von der unbestreitbaren Macht des Priesters über das bretonische Volk” (L. Genevray, Les peintres de la vie moderne, 1912).
Die Tragweite dieses Werks von Lucien Simon, das übrigens 1901 vom Staat erworben wird, rührt zweifellos von der vereinfachten Komposition und der klaren Darstellung her, die ihm einen monumentalen Charakter verleihen.




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