Camille Pissarro
Raureif

Raureif
Camille Pissarro (1830-1903)
Raureif
1873
Öl auf Leinwand
H. 65; B. 93 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Gelée blanche [Raureif]


Dieses Gemälde entstand in der Umgebung von Pontoise, wo der Maler zwischen 1873 und 1882 lebte. Es gehört zu den fünf Werken, die Camille Pissarro auf der ersten Ausstellung der Impressionisten 1874 präsentierte. Der Kunstkritiker Louis Leroy schrieb damals: „Was soll das denn sein? – Sie sehen, Reif auf den tiefen Furchen. – das sollen Furchen sein, das soll Reif sein?... Es sind Abschabsel von der Palette, die gleichmäßig auf einer schmutzigen Leinwand aufgetragen wurden. Es hat weder Hand noch Fuß, weder Oben noch Unten, weder Vorn noch Hinten“. Andere Kritiker wie Philippe Burty zeigen mehr Verständnis: „Raureif von Pissarro steht den besten Werken von Millet in nichts nach“.

Durch die Arbeit mit dem Spachtel und den dichten Pinselstrich entsteht eine kompakte, abgedichete Landschaft, wo sich kein Lüftchen regt. Dieser Eindruck wird durch die rhythmisch nach oben verlaufenden Diagonalen der Furchen noch verstärkt. Die Figur, die eine Last trägt, scheint auch durch die Schwere der winterlichen Landschaft erdrückt zu werden. Pissarros Technik verstärkt den Eindruck, der durch das Motiv vermittelt wird. Obwohl der Pinselstrich breiter ist, die Behandlung des Lichts weniger ausgeprägt als bei Monet zur selben Zeit, steht Raureif, das einen bestimmten Augenblick eines Wintertags wiedergibt, mit den impressionistischen Recherchen im Einklang.




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