Paul Cézanne
Felsen oberhalb des Château-Noir

Felsen bei den Höhlen oberhalb des Château-Noir
Paul Cézanne (1839-1906)
Felsen bei den Höhlen oberhalb des Château-Noir
Um 1904
Öl auf Leinwand
H. 65; B. 54 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Rochers près des grottes au-dessus de Château-Noir [Felsen bei den Höhlen oberhalb des Château-Noir]


Die Sehnsucht nach dem Licht und den schroffen Landschaften der Provenz veranlassten Cézanne in den 1890er Jahren, für immer in seine Heimatgegend zurückzukehren. Der Berg Sainte-Victoire, das Umgebung des Château-Noir, die Steinbrüche von Bibémus tauchen um die Jahrhundertwende immer wieder auf seinen Gemälden auf. Zurückgezogen arbeitet er mit großer Leidenschaft an diesen Motiven. In diesen stillen Landschaften, die sich bisweilen durch ihren ungewöhnlichen Bildausschnitt auszeichnen, wird das wirkliche Sujet vollkommen nebensächlich: ein Felshaufen, einige Baumstämme.
Im Spätwerk des Malers steigert sich seine Sensibilität zu einer globalen Sichtweise, die er konzentriert auf kleinformatigen Leinwänden darstellt. Er gibt sich einer Art Trunkenheit hin, wo Formen und Farben nur noch eine einzige Übertragung sind. Diese zeitlose, immer nuanciertere Sichtweise entfaltet sich durch die Inszenierung flimmernder, glühender Tupfer, nur angedeuteter Pinselstriche. Die Form löst sich in zahlreiche Facetten auf. Die Farbe nimmt mit stimmungsvollen, durchsichtigen Blau-, Grün-, Braun- und Blasslilatönen teil. Cézannes Kunst schafft die Grundlage für die moderne Malerei zu Beginn des Jahrhunderts.
Matisse, der diese Landschaft erworben und sorgfältig aufbewahrt hatte, bestätigt dies: „Cézannes Werke veranschaulicht Gesetze der Architektur, die einem jungen Maler sehr nützlich sind. Der große Meister verstand seine Aufgabe als Maler darin, einen wichtigen Beitrag zur Kunst zu leisten. Ihm ging es darum, dass sich die Farbtöne mit großer Ausdruckskraft auf der Leinwand entfalten” („Entretien avec Henri Matisse”, L'Art Vivant, n°18, 15 septembre 1925).




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