Paul Cézanne
Dorfstraße, Auvers

Dorfstraße, Auvers
Paul Cézanne (1839-1906)
Dorfstraße, Auvers
1872-1873
Öl auf Leinwand
H. 46; B. 55 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot

Route de village, Auvers [Dorfstraße, Auvers]


In den Jahren 1872-1874 arbeitet Cézanne mit Pissarro in Pontoise. Durch dessen Einfluss beginnt er allmählich in impressionistischer Manier im Freien zu malen. Seine Landschaften sind jedoch weiterhin strukturierter und wirken ernster. Die Palette dieses Gemäldes aus den Jahren 1872/1873, das sich durch seinen dicken Farbauftrag und matte Farbtöne auszeichnet, hat sich noch nicht sehr aufgehellt, doch sie ist schon deutlich weniger kontrastiert als seine „barocke” Phase.

Auch die Wahl des Motivs lässt Pissarros Einfluss erkennen. Dem Vorbild seines Freundes folgend malt Cézanne zahlreiche Dorfstraßen, an denen kleine Bauernhäuser stehen. Im Unterschied zu Pissarro, dessen Landschaften von den Menschen mitbestimmt werden, sieht man auf Cézannes Bildern keinen einzigen Einwohner, aus den Kaminen steigt kein Rauch auf, es gibt kein Leben. Die Häuser sehen verschlossen aus, die Straße, die oben schmäler wird und plötzlich hinter einer Mauer endet, scheint nirgendwo hinzuführen. Vielleicht ist dieses verlassene Bild mit den zerklüfteten Linien, das nichts mit Cézannes späteren ruhigen Landschaften der Provence gemein hat, Ausdruck der Fragen eines Malers, der seinen eigenen Weg noch nicht gefunden hat.




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