Gustave Caillebotte
Segelboote in Argenteuil

Segelboote in Argenteuil
Gustave Caillebotte (1848-1894)
Segelboote in Argenteuil
Um 1888
Öl auf Leinwand
H. 65; B. 55,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Voiliers à Argenteuil [Segelboote in Argenteuil]


Caillebotte ist ein begeisterter Segler. Schon 1879 gewinnt er Regatten auf der Seine und zeichnet sich durch seine luxuriösen, innovativen Boote aus. Gegen Ende seines Lebens ist er ein bekannter Bootsbauer, seine Leidenschaft für den Segelsport war stärker gewesen. 1881 kauft er ein Haus in Petit-Gennevilliers am Ufer der Seine gegenüber von Argenteuil, wo sich der Pariser Segelclub befindet. Dieses Haus wird im Laufe der Zeit zu seinem Hauptwohnsitz.

Er malt Ruderer und Segelboote. Monet, der seit 1871 in Argenteuil lebt und mit Vorliebe Segelboote auf der Seine malt, übt natürlich einen gewissen Einfluss auf ihn aus. Manet, Renoir und auch Sisley widmeten sich auch diesem Thema. Folglich wirken Caillebootes Gemälde von Booten auf der Seine, die er 1888 ausstellt, nahezu veraltet oder zumindest rückständig. Nichtsdestotrotz sind einige der Bilder, darunter auch dieses, gelungen und zeichnen sich durch ihre Harmonie und Leuchtkraft aus.
Man sieht eine kleine Flotte von Segelbooten, die unterhalb der alten Holzbrücke von Argenteuil festgemacht sind. Hinter den Bögen zeichnen sich die Pfeiler der Eisenbahnbrücke und die Anhöhe von Sannois und Orgemont ab. Die sich spiegelnde Wasserfläche des Flusses kommt auf diesem Gemälde, das sehr schnell gemalt wurde und vermutlich vor dem Motiv entstanden ist, gut zur Geltung. Es zeichnet sich durch seinen soliden Aufbau aus horizontalen und vertikalen Linien (die Brücke, die Maste) aus, die durch die subtile schräg verlaufende Linienführung (Ponton, die Segel) gegliedert werden. Der breite, enge Pinselstrich unterscheidet sich grundlegend von Monets oder Renoirs fließendem Farbauftrag.




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