August Strindberg
Seebild mit Felsen

Seebild mit Felsen
August Strindberg (1849-1912)
Seebild mit Felsen
1894
Öl auf Karton
H. 39,5; B. 30 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Marine avec récif [Seebild mit Felsen]


Dieses Bild ist in Paris entstanden, wo sich Strindberg 1894 auf Einladung des Malers und Kunsthändlers Willy Gretor niederlässt. Die Landschaft gehört zu einer Serie, die im Hinblick auf eine Ausstellung gemalt wurde, die allerdings niemals stattfinden sollte. Gretor, ein Kunstfälscher, der zweifelhaften Aktivitäten nachging, wollte den Maler Strindberg, in Frankreich bekannt machen. Die Gemälde des Schriftstellers waren schon 1892 in Stockholm auf einer Ausstellung präsentiert worden.

Jenseits des Einflusses von Turner drückt Strindberg hier seine Anschauung aus, derzufolge der Kosmos eine einzige Kraft ist, an dem die Elemente – Erde, Wasser, Feuer – gleichermaßen teilhaben. Strindberg gesteht die symbolische Bedeutung seiner Landschaften ein. Doch abgesehen von dieser Auslegung, „die allen – wenn auch bisweilen nur schwer - zugänglich ist”, verfügen die Gemälde auch über eine „esoterische” Dimension, die „dem Maler und einigen Auserwählten vorbehalten ist”.
In dem französischen Aufsatz „Die neuen Künste! oder Der Zufall im künstlerischen Schaffen” , der am 15. November 1894 in der Zeitschrift La revue des revues erschienen ist, erklärt der Künstler, die Bedeutung des materiellen Chaos. Die Bedeutung, die man einer Form zukommen lässt, schreibt er mit einem Anflug von Humor, kann sich je nach Laune oder Augenblick ändern. Strindberg bezieht sich auf die Naturgewalten wie beispielsweise den Wind, der in der Natur unbestimmte Formen hervortreten lässt, die im Einklang mit seinem ästhetischen Programm stehen: „Der Schaffensprozess muss dem der Natur gleichen”.




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