Jules Breton
Segnung des Weizens

Segnung des Weizens im Artois
Jules Breton (1827-1906)
Segnung des Weizens im Artois
1857
Öl auf Leinwand
H. 128; B. 318 cm
© RMN-Grand Palais / Gérard Blot / Christian Jean

La bénédiction des blés en Artois [Segnung des Weizens im Artois]


Für dieses großformatige Gemälde, das wie Millets Die Ährenleserinnen auf dem Salon von 1857 präsentiert wird, wird Jules Breton mit einer Medaille zweiter Klasse ausgezeichnet. Als Zeichen offizieller Anerkennung des noch jungen Künstlers wird das Werk sogar vom Staat für das Musée du Luxembourg erworben. Seine Darstellung des Landlebens ist allerdings im Vergleich zu Millets realistischerem Bild sehr angenehm.

Wir wohnen einem Bittgang bei, das ist eine Prozession, die an den drei Bittagen vor Christi Himmelfahrt stattfindet. In der Nähe von Courrières, dem Heimatdorf Bretons, findet eine Flurprozession statt, an der Mädchen in Kommunionkleidern, der Klerus und die Notabeln des Orts teilnehmen. Sie erbitten für die kommende Ernte den Segen des Himmels. Die Szene veranschaulicht die wichtige Rolle, die das Christentum auf dem Land spielt.

Der Künstler hat sich ausführlich mit der Studie der Kleider und der Gesichter beschäftigt. Das Friesformat erinnert an Ein Begräbnis in Ornans von Courbet. Letzterer hat durch seine gewagte Behandlung ein zeitgenössisches Sujet mit lebensgroßen Figuren zum Historienbild erhoben. Bretons Figuren dagegen sind klein, folglich gehört das Gemälde zur Gattung der Genreszenen. Dieser anekdotische Aspekt gefiel ganz besonders dem französischen und amerikanischen Publikum. Nachdem Breton 1886 in die Académie des Beaux-arts aufgenommen worden war, wird er zum offiziellen Künstler für Landleben.




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