Félix Vallotton
Selbstbildnis

Selbstbildnis
Félix Vallotton (1865-1925)
Selbstbildnis
1897
Öl auf Karton
H. 59,2; B. 48 cm
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt

Autoportrait [Selbstbildnis]


Von den acht Selbstbildnissen, die uns bekannt sind, wirkt Vallotton auf diesem gewiss am optimistischsten und ruhigsten. Das Werk stammt von 1897, als der Künstler zweiunddreißig Jahre alt ist und das Leben es endlich gut mit ihm meint. Seine Arbeit hat ein gewisses Ansehen erreicht und er lernt seine zukünftige Gattin Gabrielle (1863-1932), die Tochter des berühmten Kunsthändlers Alexandre Bernheim, kennen. Die junge, reizende, lebhafte und gebildete Witwe ist Alexandre aufrichtig zugetan und verschafft ihm Zutritt zur künstlerischen und literarischen Elite seiner Zeit.
Vielleicht hat er aus diesem Grund seinen üblichen steifen abknöpfbaren Kragen gegen einen bequemeren Matrosenpullover eingetauscht und zeigt sich nun als selbstbewusster, entschlossener Künstler, der nichts mehr mit dem düsteren, schüchternen jungen Mann des Porträts von 1885 gemein hat (Lausanne, Musée cantonal des Beaux-arts).
Vallottons Selbstbildnisse zeichnen sich durch ihren stark ausgeprägten Realismus, ihre feine, genaue Linienführung und sehr nüchterne Komposition aus. Wie jedes Mal kommt durch die Augen, durch den forschenden Blick die psychologische Tiefe des Bildes zum Ausdruck.




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