Louis Welden Hawkins
Séverine

Séverine
Louis Welden Hawkins (1849-1910)
Séverine
Gegen 1895
Huile sur toile
H. 77; B. 55 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Séverine


Das Gemälde, das das Modell - die Journalistin Séverine – den Nationalmuseen samt Rahmen geschenkt hat, gehört zu den bemerkenswertesten Kreationen des Malers Louis Welden Hawkins. Der 1849 von englischen Eltern in Deutschland geborene Welden lässt sich sehr früh in Frankreich nieder, wo er zum Maler ausgebildet wird. Er nimmt die französische Staatsbürgerschaft an und bleibt bis zu seinem Lebensende in Frankreich. Er ist eng mit dem Kreis der Symbolisten verbunden und nimmt zwischen 1893 und 1897 an mehreren Ausstellungen der Rose+Croix-Bewegung teil. Dieses erstmalig 1895 ausgestellte Gemälde ist nicht nur das Porträt seines Modells, sondern gleichzeitig eine symbolische Darstellung ihres Metiers und ihrer Zielsetzungen.

Das Gemälde zeigt eine moderne und entschlossene Frau, die ihr Leben dem Schreiben widmet, die Darstellung des Weizens und des Lorbeers sowie die Wörter Pax und Panis auf dem Rahmen unterstreichen das Engagement Séverines. Ihr engagiertes Interesse, das sich sehr früh und bereits als Sekretärin des Schriftstellers und sozialistischen Journalisten Jules Vallès bemerkbar macht, geht so weit, dass sie verschiedene Schriften zur Verteidigung der Interessen der Arbeiterwelt verfasst und zwischen 1885 und 1888 sogar die Leitung der Zeitung Le Cri du Peuple übernimmt.
Wie andere Symbolisten spart Hawkins nicht mit Anspielungen auf alte Meister und der goldene Hintergrund, vor dem sich das Modell abhebt, verweist ohne Zweifel auf die italienische Malerei der Renaissance.




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