Edouard Vuillard
Der Schlaf

Der Schlaf
Edouard Vuillard (1868-1940)
Der Schlaf
1892
Öl auf Leinwand
H. 33; B. 64,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Le sommeil [Der Schlaf]


Lange Zeit galten das Bett und seine Umgebung in der Malerei als ein Ort, an dem man Könige, Adelige, Intellektuelle darstellte oder auch als Schatulle der Kurtisanen. Den Höhepunkt und das letzte herausragende Beispiel für diese Art von Szenen bildet Delacroix' romantisches Gemälde Der Tod des Sardanapal (1828, Paris, Musée du Louvre), auf man den König im Festgewand kurz vor seinem Selbstmord sieht. Auf seinem Bett ruhend sieht er zu, wie um ihn herum seine Konkubinen ermordert, seine Schätze zerstört werden. Die nachfolgenden Generationen vermitteln von diesem Ort und diesem Möbelstück, das von der Geburt bis zum Tod zum Alltag eines jeden gehört, ein realistischeres Bild.

Im Laufe der Jahre 1891/92 widmet Vuillard diesem Thema mehrere kleinformatige Bilder, unter anderen Im Bett (Paris, Musée d'Orsay) und Marie Roussel im Bett, das Picasso gehörte (Paris, Musée Picasso) . Anhand dieses Motivs wird der Beitrag der Nabis zur zeitgenössischen Kunst offensichtlich.
Die einfachen Formen und die breit angelegten Farbflächen in einer bewusst eingeschränkten Palette, unter der der Untergrund noch auszumachen ist, verbinden sich zu einer Komposition, die auf den Einfluss des japanischen Farbholzschnitts verweist und die die großformatigen Wandmalereien und Lithografien der kommenden Jahre vorwegnimmt.




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