Charles-François Daubigny
Schnee

Schnee
Charles-François Daubigny (1817-1878)
Schnee
1873
Öl auf Leinwand
H. 90; B. 120 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La Neige [Schnee]


Das Gemälde zeigt die Ebene von Auvers-sur-Oise im vorhergehenden Winter mit unzähligen ausgehungerten Raben. Es war auf dem Salon von 1873 Gegenstand heftigster Kritiken. Der Journalist Max de Montifaut schrieb, „der Schnee von Herrn Daubigny gleicht einer Gipsschicht, die mit einem Spachtel aufgetragen wurde“, während sein Kollege Duvergier de Hauranne der Meinung war, das Gemälde sei „mit der flachen Säbelklinge ausgeführt worden“ und die Bäume seien mit „einem Besen aus Birkenzweigen“ gemalt worden.

Da Daubigny schon Medaillen für frühere Arbeiten erhalten hatte, musste er sein Gemälde nicht der Jury vorlegen, obwohl es sich deutlich von der akademischen Tradition im Atelier geschaffener Landschaftsmalereien unterschied. Die nüchterne Behandlung des Themas, das Spiel der dick aufgetragenen Weiß- und Schwarzflächen ist eindeutig Courbets Schneelandschaften nachempfunden. Doch auch Monets Einfluss, der den älteren Malerfreund seit ihrer ersten Begegnung 1870 zu einem engeren Kontakt mit der Natur und einer spontaneren Umsetzung seiner Eindrücke anregte, ist spürbar. Zur gleichen Zeit malten Pissaro und Cezanne nur wenige Kilometer entfernt in Pontoise auch Schneelandschaften. Da die Jury des Salons ihre Werke ablehnte, gründeten sie eine eigene Ausstellung, die 1874 die erste impressionistische Ausstellung werden sollte.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter