Pierre Puvis de Chavannes
Der Ballon

Der Ballon
Pierre Puvis de Chavannes (1824-1898)
Der Ballon
1870
Öl auf Leinwand
H. 136,7; B. 86, 5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Die Taube

Le ballon [Der Ballon]


Die Idee für dieses Bild hat Puvis, als er sich 1870 während der preußischen Belagerung der Stadt auf der Befestigungsanlage von Paris befindet. Es wird sogleich Ende November mittels einer Lithografie von Emile Vernier verbreitet, in der Presse kommentiert und von „elitären Köpfen“ bewundert. Letztere fordern den Künstler auf, ein Pendant, Die Taube zu schaffen, das Anfang 1871 entsteht und auch von Vernier durch eine Lithografie bekannt gemacht wird.  

Es gibt mehrere vorbereitende Zeichnungen und gemalte farbige Skizzen (Paris, Musée Carnavalet). Auf den großen Gemälde dagegen überwiegen Brauntöne, die auf die düsteren Ereignisse abgestimmt sind. Puvis Kunst fehlt die damals übliche dramatische, pittoreske Anekdote. Sie erreicht einen sehr bewegenden Symbolismus. Die Bilder entsprechen sich in jeder Beziehung. Auf dem Ballon wendet sich eine bewaffnete Frau in einem schlichten schwarzen Kleid dem Mont Valérien zu und begleitet den Ballon, der die Nachrichten übermittelt, mit einer Handbewegung. Auf der Taube nimmt dieselbe schwarz gekleidete Figur die Brieftaube, die den Krallen einer der feindlichen Falken entkommen ist, auf. In der Ferne sieht man die schneebedeckte Ile de la Cité.

1873-1874 gibt der Künstler die beiden Bilder der französischen Regierung für eine Lotterie, die in New York zu Gunsten der Opfer des großen Feuers, das 1871 Chicago zerstörte, organisiert wird. Doch Puvis bedauert es später, dass er sich von diesen zwei Gemälden, die ihm sehr viel bedeuteten, getrennt hat. Auf seiner Ausstellung bei Durand-Ruel 1887 präsentiert er als Ersatz für die fehlenden Gemälde Fotos von ihnen.




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