Pierre Bonnard
Die Loge

Die Loge
Pierre Bonnard (1867-1947)
Die Loge
1908
Öl auf Leinwand
H. 91; B. 120 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

La loge [Die Loge]


Der Kunsthändler Alexandre Bernheim zieht gegen Ende der 1880er Jahre von Brüssel nach Paris, wo er eine Galerie eröffnet, in der seine beiden Söhne Joseph, genannt Josse, und Gaston arbeiten werden. Um 1900 spezialisiert sich die Galerie auf die impressionistischen Maler und die Werke der folgenden Generationen. Die beiden Brüder stehen den Nabis, insbesondere Pierre Bonnard und Félix Vallotton, der eine ihrer Schwestern heiraten wird, sehr nahe. Sie verkaufen zahlreiche Werke von ihnen, andere erwerben sie, um sie aufzubewahren. Sie geben auch mehrere Familienporträts in Auftrag wie beispielsweise diese außergewöhnliche Loge aus dem Jahr 1908.

In ihrer Loge der Pariser Oper, ein Sujet, das gegen Ende des 19. Jahrhunderts sehr beliebt war, sieht man Gaston stehend in der Mitte, zu seiner Rechten seine Schwägerin Mathilde, zu seiner Linken seine Gattin Susanne und im Hintergrund seinen älteren Bruder Josse.
Es handelt sich zwar um eine Auftragsarbeit, doch Bonnard hält sich nicht an die akademischen Regeln sondern entwickelt seine eigene Vorstellung von Form und Farbe, was angeblich Gaston Bernheim sehr missfält, da sein Gesicht durch den oberen Bildrand fast zur Hälfte abgeschnitten wird. Der Bereich links und rechts dieser Silhouette besticht durch seine Kontrastfarben. Die Figuren links befinden sich in einer leuchtend orangefarbenen Zone, während die rechte Figur durch den dunkelroten Hintergrund abseits zu scheinen steht. Der fehlende Blickkontakt zwischen den Protagonisten, ihr überdrüssiger Ausdruck erinnern an den Balkon von Manet.




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