Berthe Morisot
Die Wiege

Die Wiege
Berthe Morisot (1841-1895)
Die Wiege
1872
Öl auf Leinwand
H. 56; B. 46 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / DR

Le Berceau [Die Wiege]


Die Wiege, zweifellos, das berühmteste Gemälde von Berthe Morisot, entstand 1872 in Paris. Die Künstlerin stellt Edma, eine ihrer Schwestern, an der Wiege ihrer schlafenden Tochter Blanche dar. Hier widmet sich Morisot zum ersten Mal der Mutter-Kind-Beziehung, einem Motiv, das sie später sehr oft behandeln wird.

Der Blick der Mutter, die Linie ihres angewinkelten linken Arms, der in dem angewinkelten Arm des Kindes anklingt, sowie die geschlossenen Augen des Babys ziehen eine Diagonale, die die Bewegung des Vorhangs im Hintergrund noch unterstreicht. Diese Diagonale stellt eine Verbindung zwischen Mutter und Kind her. Edmas Geste, die den Schleier der Wiege zwischen den Betrachter und das Baby zieht, verstärkt das Gefühl von Intimität und schützender Liebe, das von dem Gemälde ausgeht.

Berthe Morisot präsentiert Die Wiege 1874 anlässlich der impressionistischen Ausstellung: sie ist die erste Frau in der Gruppe der Impressionisten. Das Gemälde wird kaum beachtet, doch einigen bedeutenden Kritikern fällt zumindest die Anmut und Eleganz des Bildes auf. Nachdem Berthe Morisot vergeblich versuchte, es zu verkaufen, stellt sie Die Wiege nicht mehr aus. Das Gemälde wird bis zu seinem Eingang in den Louvre im Jahr 1930 im Besitz der Familie bleiben.




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