Emile-René Ménard
Das Goldene Zeitalter

linker Teil
Emile-René Ménard (1862-1930)
linker Teil
1908
Öl auf Leinwand
H. 352; B. 287 cm
© DR - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans

L'âge d'or [Das Goldene Zeitalter]


Emile-René Ménard begeisterte sich schon immer für das antike Griechenland. Sowohl die Literatur als auch die Landschaften waren in den zahlreichen Dekors, die er nach 1900 im Auftrag des Staates für öffentliche Denkmäler schuf, präsent. Da sich der Geschmack veränderte, wurden die lyrischen Kreationen oftmals aus den Orten, für die sie entworfen worden waren, entfernt. Das Musée d'Orsay präsentiert ungefähr zehn Monumentalgemälde, die zwischen 1908 und 1913 für die verschiedenen Säle der Juristischen Universität in Paris ausgeführt wurden. Darunter waren sechs Bilder (drei Diptychone mit dem Titel Antiker Traum, Das Goldene Zeitalter und Hirtenleben), die 1909 auf dem Salon de la Société nationale des beaux-arts präsentiert wurden, und die für doe beiden Seiten der monumentalen Türen der Salle des Actes entworfen worden waren, wo sie sie bis zu den architektonischen Veränderungen 1970 blieben.
Das Goldene Zeitalter, das bewusst symbolistisch geprägt ist, stellt in einem antiken Dekor die männliche der weiblichen Welt gegenüber. Der Bereich des Handelns ist dem Mann vorbehalten, der hier in Begleitung seines Pferdes und im Gespräch mit seinen Begleitern nackt dargestellt ist; das Pendant ist die Gedankenwelt der Frau, die im Stile der Antike gekleidet allein die Weite des Sees zu ihren Füßen betrachtet. Die Landschaft unterstreicht ihr jeweiliges Schicksal: die Frau ist in ihrem begrünten Schmuckkästchen eingesperrt, während die Freiheit des Mannes in der offenen Landschaft, die von der hoch hinaufragenden Eiche beherrscht wird, grenzenlos ist.




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