Edouard Vuillard
Flieder

Flieder
Edouard Vuillard (1868-1940)
Flieder
Um 1899; 1908 vom Künstler überarbeitet
Leimfarbe auf Leinwand
© Musée d'Orsay, dist. RMN-Grand Palais / Patrice Schmidt


Der Weg

Les lilas [Flieder]


Gemäß dem Bestreben der 1888 gegründeten Nabis, denen er neben Maurice Denis, Paul Sérusier, Pierre Bonnard und Ker-Xavier Roussel angehört, widmet sich Edouard Vuillard auch nach Auflösung der Bewegung um 1900 weiterhin der Ausführung von Wandgemälden. Es handelt sich dabei meistens um private Auftragsarbeiten wie beispielsweise das Gemälde Flieder

Die mit Vuillard befreundeten Prinzen Emmanuel und Antoine Bibesco, mit denen der Maler 1901 eine Spanienreise unternimmt, betrauen ihn mit der Dekoration ihrer Pariser Wohnung. Flieder spiegelt die Umgebung der Auftraggeber, die mit Marcel Proust befreundet sind, wider. Vuillard stellt enge Freunde wie Misia Natanson, die Muse der Nabis und Gattin des Direktors der avantgardistischen Revue blanche, dar und links war zuerst der Nabi Félix Vallotton zu sehen.
Die in matten Leimfarben gemalte Szene ist in sanftes Licht getaucht, das durch das dichte Blattwerk dringt. Dieses Motiv ist bei den Impressionisten sehr beliebt. Misias Haltung und die Bewegung ihres weiten Kleides gestalten sich zu einem dekorativen Linienspiel.

Einige Jahre später beauftragt Emmauel Bibesco Vuillard für das Speisezimmer seiner neuen Wohnung mit zwei weiteren Wandgemälden. Der Künstler führt die Bilder Der Weg und Der Heuhaufen aus, die auch zu den Sammlungen des Musée d'Orsay gehören. Vermutlich möchte Vuillard die drei Gemälde auf einander abstimmen und überarbeitet folglich Flieder, Vallotton wird durch zwei unbekannte Figuren ersetzt, die man heute auf dem Bild sieht.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter