Edgar Degas
Das Orchester der Opera

Das Orchester der Opera
Edgar Degas (1834-1917)
Das Orchester der Opera
Um 1870
Öl auf Leinwand
H. 56,5; B. 45 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

L'Orchestre de l'Opéra [Das Orchester der Opera]


Degas gelingt es meisterhaft zu verschleiern, was man normalerweise in einem Opernsaal sieht und stellt den Zuschauer, insbesondere den Orchestergraben in den Vordergrund. Der Raum ist in drei Zonen aufgeteilt. Unten der öffentliche Teil des Opernsaals, der für den Zuschauer bestimmt ist. In der Mitte ist der Graben mit den Musikern zu sehen. Die dritte Zone ist der Bühne gewidmet, die durch Rampe abgegrenzt wird und von den kopflosen Körpern der Tänzerinnen eingenommen wird.
Eine Radiografie ergab, dass Degas die Leinwand absichtlich an den Seiten und am oberen Rand abgeschnitten hat. Der erstaunliche Bildausschnitt ist folglich erst im nachhinein entstanden. Harfe, Loge und Kontrabass, die erst später hinzugefügt wurden, ermöglichten, eine Verbindung zwischen dem Graben und der Bühne herzustellen.

Der Ort des Zuschauers und vor allem der Ort der Vorstellung sind nur teilweise zu sehen. Das Thema ist hier der gewöhnlich nicht sichtbare Graben, den auch schon Doré und Daumier dargestellt haben. Bei den Musikern handelt es sich ausschließlich um Bekannte von Degas. Erwähnenswert ist insbesondere der Komponist Emmanuel Chabrier in der Loge und besonders der Fagottist Désiré Dihau, der Freund des Künstlers und Musiker an der Oper. Um jenen in der Mitte des Bildes zu plazieren, musste der Maler die traditionelle Anordnung des Orchesters verändern.

Die unterschiedliche Ausführung der beiden Zonen verstärkt den Kontrast zwischen dem Graben und der Bühne: der Graben im mittleren Teil besticht durch die bis in die kleinsten Einzelheiten ausgeführte Darstellung, es handelt sich hier um ein wirkliches Gruppenbildnis, das ganz genau die Musiker und ihre Instrumente wiedergibt. Die Tänzerinnen sind indes nur skizzenhaft ausgeführt. Die Orchesterserie, die zwischen 1869 und 1876 entstand, illustriert trotz allem das Motiv des Tanzes, das im Werk des Malers eine so wichtige Rolle spielt. Es nimmt einen immer größeren Platz bei Degas ein.




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