Odilon Redon
Der Weg in Peyrelebade

Der Weg in Peyrelebade
Odilon Redon (1840-1916)
Der Weg in Peyrelebade
Undatiert
Öl auf Papier auf Karton aufgeklebt
H. 46,8; B. 45,4 cm
© RMN-Grand Palais (musée d'Orsay) / Christian Jean

Le chemin à Peyrelebade [Der Weg in Peyrelebade]


Redon stammt von einer wohlhabenden Familie aus Bordeaux ab, die den zwei Tage alten Säugling einer Amme in Peyrelebade, einem Dorf im Médoc, übergibt. Folglich verbringt er die meiste Zeit seiner Kindheit getrennt von seinen Eltern. Die Gegend am Atlantik, die sich von der Gironde bis zu den Landes erstreckt, ist bekannt für ihren hervorragenden Wein. Doch sie zeichnet sich auch durch ihre geologische Struktur aus Sand und Kies, ihren endlosen Horizont und ihre kleinen Dörfer zwischen Heide- und Moorland aus. Diese unberührten, monotonen Landschaften voller Schwermut werden für Redon, ein introvertiertes, zartes Kind, zu einer faszinierenden Inspirationsquelle.

Der Weg in Peyrelebade ist ein düsteres Gemälde mit dicht blauem, tiefem Himmel. Das Blattwerk in den Bäumen glänzt geheimnisvoll. In der Mitte des Bildes kann man einen Mann ausmachen, der mit gebeugtem Rücken vorwärtsschreitet. In der Ferne kann man die dunklen Konturen der soliden Steinmauern eines Bauernhofs erkennen. Die Bäume, die Redon gemäß seines mystischen Naturells wiedergibt, und die nüchternen, bedrückenden Gebäude tauchen in den prächtigen, stillen Landschaften, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen, immer wieder auf. Als Erwachsener widmet sich Redon der monochromen Kohlezeichnung und Lithografie. Seine Vorliebe gilt fantastisch anmutenden Themen.
Erst gegen Ende seines Lebens koloriert er sein Universum mit leuchtenderen Farben. Doch von allen seinen Werken geht ein Gefühl von Einsamkeit und Mysterium aus, das von seiner Kindheit in Peyrelebade herrührt und sich wie ein roter Faden durch sein Werk zieht.

Redon-Dossier




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