Johan Barthold Jongkind
Die Seine und Notre-Dame von Paris

Die Seine und Notre-Dame von Paris
Johan Barthold Jongkind (1819-1891)
Die Seine und Notre-Dame von Paris
1864
Öl auf Leinwand
H. 42; B. 56,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean-Gilles Berizzi

La Seine et Notre-Dame de Paris [Die Seine und Notre-Dame von Paris]


Die breite Diagonale der Seine und der weite Raum des Himmels erinnern daran, dass der niederländische Maler Jongkind eingehend die holländischen Landschaftsmaler des 17. Jahrhunderts studiert hatte. Nach seiner Übersiedlung nach Frankreich wird er erstmals in den Jahren 1846 bis 1855 und endgültig ab 1860 von den französischen Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts inspiriert, insbesondere von Corot, den er sehr bewundert und dessen Licht durchflutete Atmosphären er übernimmt.

In den Jahren 1860 hält sich Jongkind gemeinsam mit Boudin häufig in der Normandie auf. Er lernt dort auch den jungen Claude Monet kennen, der von seiner Fähigkeit, die Vergänglichkeit der atmosphärischen Stimmungen auf seinen Aquarellen wiederzugeben, fasziniert ist. Monet fühlt sich Jongkind gegenüber maßgeblich verpflichtet: „Ihm verdanke ich die Schulung meines Auges...“.

Jongkind wird niemals gemeinsam mit den Impressionisten ausstellen, gilt jedoch als einer ihrer Wegbereiter. Mehrere Elemente des Gemäldes Die Seine und Notre-Dame von Paris verweisen auf diese Entwicklung. Der vibrierende Schimmer von Himmel und Wasser, der fragmentierte Pinselstrich, die Emile Zola zufolge „tiefe Liebe zum modernen Paris“ führen dazu, dass Jongkind 1927 von Paul Signac in einem ihm gewidmeten Werk als „Erneuerer der modernen Landschaft“ bezeichnet wird und den ihm gebührenden Platz „zwischen Corot und Monet“ erhält.




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