Honoré Daumier
Die Diebe und der Esel

Die Diebe und der Esel
Honoré Daumier (1808-1879)
Die Diebe und der Esel
Um 1858-1860
Öl auf Leinwand
H. 58,5; B. 56 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Die Diebe und der Esel

Les voleurs et l'âne [Die Diebe und der Esel]


Für das Sujet dieses Gemäldes greift Daumier auf die Fabel gleichen Titels von Jean de La Fontaine zurück: Während sich zwei Diebe um einen gestohlenen Esel streiten, wird er ihnen von einem dritten entwendet.

Der Maler bringt den heftigen, erbitterten Kampf durch den angsterfüllten, verzerrten Gesichtsausdruck des am Boden liegenden Diebes zum Ausdruck. Als Inspiration für dieses Bild diente dem Künstler eine Rauferei, die er auf einer Lithografie im Charivari vom 23. August 1845 wiedergegeben hatte.
Das Licht bringt das vor Wut verzerrte Gesicht, die ineinander verkeilten Körper stärker zum Tragen. Der heftige Rythmus und die stumpfen Farben muten barock an. Im Hintergrund kann man im Schatten vage die Flucht des dritten Diebes auf dem Esel ausmachen.

Das Musée d'Orsay besitzt auch eine Vorstudie zu diesem Gemälde, die die kraftvolle Linienführung, die Gestaltung der Komposition zur Geltung bringt und das bildhauerische Talent Daumiers enthüllt. Delacroix definierte ihn folgendermaßen: „eine Mischung aus Michelangelo und Goya“. Gustave Doré wird später von demselben Sujet eine Lithografie anfertigen und Cézanne ein Gemälde, doch keines der beiden Bilder kam der Dynamik und Leidenschaft Daumiers gleich.




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