Gustave Courbet
Die Forelle

Die Forelle
Gustave Courbet (1819-1877)
Die Forelle
1873
Öl auf Leinwand
H. 65,5; B. 98,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Die Forelle


Nach Abbüßen einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe wegen seiner Teilnahme an der Pariser Kommune 1871 hält sich Courbet einige Zeit in seiner ursprünglichen Heimatregion Franche-Comté auf, bevor er endgültig ins Schweizer Exil geht. Während dieser Zeit malt er mehrere Stillleben, deren Thema die riesigen Forellen sind, welche in der Stadt Ornans von den Anglern aus der Loue gefischt werden. Das Werk im Musée d'Orsay ist übrigens eine Variante, mit gleichen Dimensionen, einer anderen Forelle, die sich im Züricher Kunsthaus befindet.
Mit diesen Stillleben setzt Courbet die Tradition der holländischen Meister des 12. Jahrhunderts fort, geht aber über deren Anliegen durch den dramatischen Charakter seiner Forelle noch weit hinaus. Man darf zweifellos in diesem gefangenen, besiegten, doch lebenden Fisch eine Anspielung auf den Maler selbst sehen, der immer noch ein Opfer des behördlichen Gerichtsvollzugs ist. Durch die ertragenen Prüfungen zutiefst erschüttert, kehrt Courbet in seinen letzten Werken wieder zum romantischen Ausdruck seiner Jugendjahre zurück.
Der holländische Einfluss ist in diesem Werk unbestreitbar, aber die starke Persönlichkeit Courbets tritt durch die kraftvolle Pinselführung, die raue pastose Farbe und die schroffen Kontraste deutlich hervor. An solch einer lyrischen Ausdrucksweise lässt sich die ganze Verzweiflung dieses Menschen ablesen.

Courbet-Dossier




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