Claude Monet
Zug auf dem Land

Zug auf dem Land
Claude Monet (1840-1926)
Zug auf dem Land
Um 1870
Öl auf Leinwand
H. 50; B. 65 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Train dans la campagne [Zug auf dem Land]


Dieses kleine Gemälde, das vor der offiziellen Geburt der impressionistischen Bewegung entstand – die erste Ausstellung der Gruppe wird erst vier Jahre später stattfinden -, ist repräsentativ für die Vorliebe der neuen Künstlergeneration, die sich eher für die domestizierte Natur des Pariser Westens als die „urwüchsigen“ Landschaften der Provinz interessierte. Die jungen Maler ziehen es vor, ihre Staffelei vor einem von Menschenhand angelegten „Naturgarten“ aufzustellen.
Trotz der Bemerkung des Kritikers Jules Champfleury in seinem 1857 veröffentlichten Manifest Der Realismus: „Die Maschine und die Rolle, die sie in der Landschaft spielt, ist das nicht ausreichend für ein schönes Gemälde?“, setzt sich das Interesse für industrielle Themen – hier die Eisenbahn – nur zögernd durch. Nur die Waggons sind sichtbar und der Dampf der Lokomotive, die hinter der Waldlandschaft verschwindet. Die Maschine, die noch nicht als ästhetischer Gegenstand wahrgenommen wird, ist von dichten Bäumen verschleiert.
Was die technischen Aspekte angeht, ist das Gemälde noch weit von den unzähligen verstreuten Farbstrichen entfernt. Die kontrastreichen, homogenen und wenig nuancierten Töne sind gemäß einer vereinfachten Aufteilung von Licht und Schatten in breiten Zonen angeordnet. Was die Stimmung anbetrifft, erinnert der Gesamteindruck an die ersten Fotografien.




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