Alfred Sisley
Überschwemmung in Port-Marly

Überschwemmung in Port-Marly
Alfred Sisley (1839-1899)
Überschwemmung in Port-Marly
1876
Öl auf Leinwand
H. 61; B. 50,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski


Überschwemmung in Port-Marly

La barque pendant l'inondation, Port-Marly [Überschwemmung in Port-Marly]


Im Jahre 1874 zieht Sisley sich in Marly-le-Roi zurück und wird der Chronist dieses einige Kilometer westlich von Paris liegenden Dorfes. Sein schönstes Motiv bietet ihm die Überschwemmung der Seine, die im Frühjahr 1876 die Nachbargemeinde von Port-Marly unter Wasser setzt. Der Künstler widmet diesem Ereignis sechs Gemälde. Geheimnisvoll und poetisch erfasst er die große, spiegelglatte Wasserfläche, die das friedliche Haus eines Weinhändlers verwandelt hat. Zwei dieser Bilder werden im Musée d'Orsay aufbewahrt.

In dieser Version bevorzugt Sisley die schräge Darstellung des Hauses, damit Himmel und Wasser einen bedeutenden Raum einnehmen. Für den überschwemmten Teil verwendet er helle Farben und eine breite, dichte Pinselführung. Durch eine präzise Faktur betont er jedoch die Beständigkeit des Hauses mit den gelben und rosa Wänden. Die Stabilität und die Dauerhaftigkeit der soliden Elemente kontrastieren mit der flüchtigen Bewegung des Wassers, das in jedem Moment zurückweichen kann.
Die Gegenwart einiger menschlicher Gestalten in den Booten verstärkt den Eindruck der Verwandlung des Alltags durch eine „zerstörerische Invasion und eine unaufhaltsame, vorübergehende Substitution eines neuen, unvorhersehbaren, rätselhaften, beunruhigenden Ausdrucks anstelle des Bekannten, Gewohnten, Familiären“ (Paul Jamot, Die Malerei im Musée du Louvre, Französische Schule des 19. Jahrhunderts, 1928] ).




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter