Fernand Cormon
Eine Schmiede

Eine Schmiede
Fernand Cormon (1845-1924)
Eine Schmiede
1893
Öl auf Leinwand
H. 72; B. 90 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Gérard Blot

Une forge [Eine Schmiede]


Das Sujet, das dem damaligen industriellen Kontext entnommen ist, bildet eine Ausnahme in Cormons Laufbahn. Der Maler ist vor allem für seine Historienbilder und die großen Wandgemälde, die er im Schloss von Saint-Germain-en-Laye ausführt, bekannt. Das Werk steht im Einklang mit der naturalistischen und pazifistischen Tendenz der dritten Republik und erinnert an die Werke von François Bonhommé (1809-1881), der sich fast ausschließlich der Darstellung von Industriearbeitern und ihrer Arbeitsstätten gewidmet hatte.

Der Ort auf diesem Bild hat vermutlich wirklich existiert. Es ist bekannt, dass Cormon die Gesten und Haltungen seiner Figuren mittels lebender Modelle im Detail studierte, da es dem Maler vordergründig um Wirklichkeitstreue ging. Doch da der Titel Eine Schmiede, der in der Broschüre des Salons von 1894 auftaucht, keine Angaben zur genauen Lage enthält, wird er zu einem Gattungsbegriff.

Eine Schmiede vermittelt eine heroische Vorstellung von der Industrialisierung. Verschiedene Arbeitergruppen illustrieren die einzelnen Arbeitsphasen. Sie sind auf den ganzen Raum der Schmiede verteilt, die durch den schrägen Lichteinfall wie eine Kathedrale anmutet. Durch die Hell-Dunkel-Effekte kommt die heroische Dimension dieser Arbeit verstärkt zum Tragen. Der Lärm, die Hitze und Beschwerlichkeit dieser Tätigkeit, die schon Zola geschildert hatte, werden in den Hintergrund gedrängt.

Für die Weltausstellung 1900 nimmt Cormon dieses Sujet erneut für die Ausgestaltung des Gewölbes der Maschinengalerie auf. Er stellt auf diesem Deckengemälde die Geschichte der Kohle vom Abbau bis zur Verarbeitung in den Hütten dar.




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