James Abbott McNeill Whistler
Variationen in Violett und Grün

Variationen in Violett und Grün
James Abbott McNeill Whistler (1834-1903)
Variationen in Violett und Grün
1871
Öl auf Leinwand
H. 61; B. 35,5 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Thierry Le Mage


Variationen in Violett und Grün

Variations en violet et vert [Variationen in Violett und Grün]


Als raffinierter Ästhet ist Whistler äußerst empfänglich für den Trend zu fernöstlichen Künsten, der sich in Europa ab 1860 entfaltet. Variationen in Violett und Grün gilt als der Höhepunkt der japanischen Periode des Künstlers. Der Maler verlegt buchstäblich die Ufer der Themse in die plastische Welt der japanischen Holzschnitte und verleiht dem Gemälde dadurch eher eine beschwörende als beschreibende Kraft.

Die Zeichen der neuen visuellen Referenzen Whistlers sind in großer Fülle vorhanden und reichen von dem senkrechten Format, das die nüchterne Leere des milchigen Flusses hervorhebt bis zur fluiden Nutzung subtiler Farbabstufungen. Die in eine Kartusche eingetragene Signatur und der vom Künstler selbst entworfene Rahmen, der wie das Bild als Signatur mit einem Schmetterling versehen ist, bringen die dekorativen Ansprüche und die große Originalität der künstlerischen Ästhetik zur Vollendung.

An diesem Beispiel lässt sich erkennen, inwieweit das von Whistler unter japanischen Einflüssen neu gestaltete Landschaftsbild in der Genese des Impressionismus und dessen Begeisterung für atmosphärische Effekte von Bedeutung war.




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