Ker-Xavier Roussel
Venus und Amor am Meeresufer

Venus und Amor am Meeresufer
Ker-Xavier Roussel (1867-1944)
Venus und Amor am Meeresufer
Um 1908
Öl auf Leinwand
H. 73; B. 86 cm
© ADAGP - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Vénus et l'Amour au bord de la mer [Venus und Amor am Meeresufer]


Durch das helle Licht des Südens, das Roussel 1906 entdeckt, wird seine Palette nun von leuchtenden Grün- und Blautönen geprägt. Die intimen Interieurs der Nabis weichen warmen, sinnlichen Bildern.
Roussel macht sich die Technik des Neoimpressionismus zunutze. Dieser Einfluss tritt insbesondere in seiner Darstellung des Meeres zutage, für das er kleine Pinselstriche parallel nebeneinander auf den dunkleren Untergrund setzt.

Der Künstler widmet sich mit Vorliebe mythologischen Themen, seine sonnendurchfluteten Landschaften, die sich durch ihre zeitlose, heitere Atmosphäre auszeichnen, bevölkern Faunen und Nymphen und verliebte Götter. Die ungewöhnliche Komposition dieses Gemäldes ist auf die dezentrierte Position der Figuren zurückzuführen, wodurch das Meer den Großteil des Bildraums einnimmt. Es fällt besonders das subtile Spiel der Blicke auf: Die junge Frau betrachtet den Cherub, der wiederum betrachtet den Zuschauer, Letzterer betrachtet das Meer.
Die Landschaft besteht aus vereinfachten, flächigen Motiven, die an Puvis de Chavannes und die japanischen Holzschnitte erinnern, auf die Roussel diskret zurückgreift.




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