Giovanni Giacometti
Ansicht von Capolago

Ansicht von Capolago
Giovanni Giacometti (1868-1933)
Ansicht von Capolago
um 1907
Öl auf Leinwand
H. 51,5; B. 60 cm
© DR - RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Vue de Capolago [Ansicht von Capolago]


Giovanni Giacometti, der die Kunstszene der Schweiz zu Beginn des 20. Jahrhunderts nachdrücklich prägte, war in Frankreich nicht so bekannt wie seine Söhne Alberto und Diego. Als der junge Giacometti nach einem Aufenthalt in Paris in die Schweiz zurückkehrt, um seine in München begonnene Ausbildung fortzusetzen, begegnet er Giovanni Segantini, der für ihn zu einem wahren Meister werden sollte. Giacometti bleibt zwar während seiner gesamten Künstlerkarriere der vom Meister erlernten Darstellungsweise von Berglandschaften treu, er wird sich indes von dessen divisionistischer Technik lösen, wie diese um 1907 entstandene Ansicht von Capolago veranschaulicht.

Zu jener Zeit widmet sich der Maler ganz seinen Studien. Dank seines Malerfreundes Cuno Amiet entdeckt Giacometti das Werk Paul Gauguins und vor allem Vincent Van Goghs, dessen Einfluss sich insbesondere auf Giacomettis Verwendung ausdrucksstarker Farben und seine Pinselführung auswirkte. In den langen bunten Strichen dieser Landschaft klingen eindeutig die stäbchenförmigen Pinselstriche des holländischen Malers an. Giacometti bleibt zwar der Darstellung der Natur verhaftet, es ist indes keine anekdotische oder illusionistische Spur zu sehen. Seine Bildsprache wird zunehmend synthetischer und seine Palette immer gewagter.

Das Gemälde ist in seinem Originalrahmen aus weißem Holz zu sehen, die der Maler seit der Entdeckung des Neoimpressionismus verwendete. Diese Wahl macht deutlich, wie wichtig für den Maler die Wahrnehmung der Farbe war.




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