Pierre Puvis de Chavannes
Blick auf das Schloss von Versailles

Blick auf das Schloss von Versailles und die Orangerie
Pierre Puvis de Chavanne (1824-1898)
Blick auf das Schloss von Versailles und die Orangerie
1871
Öl auf Leinwand
H. 32,5; B. 46, 3 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Thierry Le Mage

Vue sur le château de Versailles et l'Orangerie [Blick auf das Schloss von Versailles und die Orangerie]


Puvis de Chavannement war der Kommune sehr feindselig gegenüber eingestellt und suchte im Frühling 1871 in Versailles Schutz. Hier entsteht seine erste reine Landschaft, dieser Blick auf das Schloss von Versailles und die Orangerie.
Ein Zeichenblock, der in der Nationalgalerie von Kanada in Ottawa aufbewahrt wird, gibt uns Aufschluss darüber, dass der Künstler eigentlich eine Historienmalerei mit Männern und Pferden darstellen wollte. Letztendlich gibt er nur die Zelte der Soldaten der provisorischen Regierung, die im Schlossgarten aufgeschlagen wurden, wieder, was der starren, mineralischen Landschaft eine rätselhafte Note verleiht.
Der Künstler verwendete für dieses friedliche Gemälde seine für ihn charakteristischen zarten Farbtöne. Im Gegensatz zu zwei zeitgleichen Werken: Die Taube und Der Ballon, düstere Darstellungen der preußischen Belagerung von Paris im Winter 1870-1871, die sich auch im Musée d’Orsay befinden, fehlt dem Bild jegliche dramatische oder allegorische Dimension.
Die Vermutung liegt nahe, dass Puvis de Chavannes einen Augenblick lang von Menschen und Fakten Abstand nehmen wollte, um, wie er an Berthe Morisot schreibt, „in dieses gewaltige, bewunderungswürdige Ensemble einzutauchen, dessen Anblick beruhigt und von einem schönen, erhabenen Frankreich erzählt, und [wo] man einen Moment lang vergessen kann, wie arglistig und verdorben es heute ist“.




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