Alphonse Osbert
Vision

Vision
Alphonse Osbert (1857-1939)
Vision
1892
Öl auf Leinwand
H. 235; B. 138 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans

Vision


Dieses Gemälde wurde 1892 auf dem Salon de la Société nationale präsentiert und im folgenden Jahr auf dem zweiten Salon Rose+Croix, auf dem die besten symbolistischen Künstler versammelt waren. Eine Präsentation des Werks im Jahre 1899 gibt uns Auskunft zum Thema: eine Vision der Heiligen Genoveva, der Schutzpatronin von Paris.

Wie viele der Gemälde Osberts ist die beherrschende Farbgebung des meditativen und mystischen Werks Blau, es entbehrt jeglichen Realismus und verzichtet auch darauf, die Rolle der Heiligen bei der Verteidigung von Paris gegen die Hunnen in der Mitte des fünften Jahrhunderts zu illustrieren. Das Gemälde, das Gegenstand zahlreicher Kommentare von Seiten der Journalisten und Kunstliebhaber war, unterscheidet sich insofern von der Historien- oder traditionellen religiösen Malerei, als es einen Seelenzustand veranschaulicht. Seitdem zog man Parallelen zu den neuesten neurologischen Erkenntnissen, insbesondere zu den Forschungsergebnissen von Jean-Martin Charcot. Die Vermutung liegt nahe, dass sich Osbert für die Darstellung des ekstatischen Zustands des Modells, der starren Haltung und des zum Himmel gerichteten Blicks an den Untersuchungen zur Hysterie, die derzeit im Krankenhaus von La Salpétrière durchgeführt wurden und deren Ergebnisse und Fotos von der Presse verbreitet wurden, inspirierte.




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