Paul Guigou
Wäscherin

LavandaiaWäscherin
Paul Guigou (1834-1871)
LavandaiaWäscherin
1860
Öl auf Leinwand
H. 81; B. 59 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski

Lavandière [Wäscherin]


Guigou malt die Wäscherin im Alter von 26 Jahren. Er befindet sich noch in der Ausbildung an der Ecole des Beaux-Arts von Marseille. Diese Schule gilt derzeit als eine der originellsten und aktivsten Frankreichs. Ihr Direktor Emile Loubon, ein von der Barbizonschule beeinflusster Maler, erweckt bei seinen Schülern das Interesse für die Landschaft und er regt sie dazu an, „direkt vor dem Motiv” zu malen.

Der Maler stellt seine Wäscherin in Rückenansicht dar. Durch diese Stellung wirkt die Figur rätselhafter. Es gibt fast keinen Hinweis auf die Art der Arbeit. Der relativ unbestimmte Hintergrund wirkt wie der Dekor einer Inszenierung, der der Provence.

Durch die Vogelperspektive ist der Himmel nicht zu sehen und es entsteht der Eindruck von Schwere und Bedrücktheit. Es hat indes nicht den Anschein, dass Guigou eine soziale Botschaft vermitteln möchte. Es geht ihm vielmehr darum, die Wirklichkeit seiner Gegend zu schildern. Er will die Schönheit, das besondere Licht, die drückende Hitze und staubige Luft wiedergeben. Die Palette ist blass, mineralisch, als habe der Maler das Pigment der Erde beigemischt. Dieser Eindruck wird durch die dicke, körnige Textur der Malerei noch verstärkt.
Guigou setzt alles daran, mit diesem Werk seiner Heimat, dem „Reich der Sonne”, wie der provenzalische Schriftsteller Frédéric Mistral schrieb, „ein Denkmal zu setzen”.




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