August Strindberg
Welle VII

Welle VII
August Strindberg (1849-1912)
Welle VII
Zwischen 1900 und 1901
Öl auf Leinwand
H. 57; B. 36 cm
© RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Jean Schormans

Vague VII [Welle VII]


Der berühmte schwedische Bühnenautor August Strindberg widmet sich schon 1873 und insbesondere nach 1892 der Malerei. Vor allem während seiner Jahre in Stockholm, wo sich der Schriftsteller 1899 niederlässt, ist er als Maler sehr produktiv. Er widmet sich ausschließlich Landschaften, vor allem Seestücken und Meeresansichten. Ab 1900 entwickelt er verschiedene Versionen des Motivs der Welle. Das Meer und die Wolken gehen fast ineinander über, der schmale Lichtstreifen, der sie trennt, verschwindet nahezu.

Welle VII ist ein beredtes Beispiel dafür, wie sich Strindberg die Urgewalten, die zu natürlichen Formen führen, vorstellt. Das entspricht der Idealvorstellung des Künstlers, der bestrebt ist, „die Kreation der Natur nachzuvollziehen“. Seine kosmische und abstrakte Vision unterscheidet sich grundlegend von den Wellen des Romantikers Paul Huet, von der Courbets und Monets oder den symbolistischen Wellen des Nabis Georges Lacombe.
Der Künstler schleudert seine Farben - Hellgrau bis Dunkelgrau - auf die Leinwand und verstreicht sie in sehr impulsiver Manier mit dem Spachtel. Er selbst schrieb 1894: „ich nehme eine Leinwand oder am besten einen mittelgroßen Karton, damit ich das Bild in zwei oder drei Stunden, je nach Verfassung, vollenden kann. [...] ich verteile die Farben auf dem Karton und dann vermische ich sie, bis sich halbwegs ein Bild ergibt“.
Dieses ausdrucksstarke, düstere Werk, „wo sich Bewusstes und Unbewusstes vermengen“, wirkt wie ein Vorbote des „Tachismus“ und der willkürlichen Kunst. Es legt Zeugnis von dem gequälten, unruhigen Gemüt des Menschen und Künstlers ab.




Zeichensatz vergrössern Den Zeichensatz verkleinern Einem Freund schicken Drucken
Facebook
Google+DailymotionYouTubeTwitter